Erinnere dich an dein eigenes Licht
Manchmal verlieren wir im Alltag das Gefühl für unsere eigene Mitte. Wir sind umgeben von den Gedanken, Erwartungen und Stimmungen anderer Menschen. Vielleicht hatten wir viele Begegnungen, waren an einem belebten Ort oder haben über längere Zeit mehr gegeben, als wir eigentlich zur Verfügung hatten.
Dann fühlen wir uns müde, niedergeschlagen oder innerlich unruhig. Es scheint, als wären wir nicht mehr ganz bei uns selbst.
Diese kurze Lichtmeditation lädt dich dazu ein, innezuhalten und dich wieder an dein eigenes Licht zu erinnern. Sie kann dir helfen, dich in dir selbst sicherer zu fühlen, deinen inneren Raum bewusster wahrzunehmen und deine natürliche Strahlkraft wiederzufinden.
Die Meditation dauert nur etwa fünf bis sieben Minuten. Du kannst sie am Morgen praktizieren, vor einer Begegnung mit anderen Menschen oder immer dann, wenn du das Gefühl hast, dich selbst ein wenig verloren zu haben.
Die Erfahrung hinter dieser Meditation
Ende Juli habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin und Freundin Corinna Markmann ein Yoga-Retreat im Saarland begleitet. Dort habe ich diese Lichtmeditation angeleitet.
Die Meditation hat viele Teilnehmende tief berührt. Nicht, weil sie besonders kompliziert ist, sondern weil sie uns auf eine sehr einfache Weise mit etwas verbindet, das im Alltag leicht in Vergessenheit gerät:
Das Licht, das wir im Außen suchen, ist auch in uns.
Wir müssen es nicht erst erschaffen. Wir dürfen uns daran erinnern, dass es bereits da ist.
Was bedeutet Licht in dieser Meditation?
Wenn ich von Licht spreche, musst du dir nichts Bestimmtes vorstellen. Vielleicht erscheint dein Licht hell und klar. Vielleicht ist es golden, weiß, warm, weich oder farbig. Vielleicht siehst du überhaupt kein inneres Bild, sondern spürst lediglich Wärme, Weite oder eine stille Präsenz.
Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch. Du kannst das Licht als Symbol für deine Lebenskraft, deine innere Klarheit oder dein eigenes Feuer verstehen. Es erinnert dich an den Teil in dir, der auch dann noch da ist, wenn das Leben gerade unübersichtlich oder anstrengend geworden ist.
Das Licht muss nichts abwehren. Es schafft vielmehr einen bewussten Raum um dich herum – einen leuchtenden Raum, in dem du dich selbst wieder deutlicher spüren kannst.
Vorbereitung auf die Lichtmeditation
Suche dir einen Ort, an dem du für einige Minuten möglichst ungestört bist. Setze dich so hin, dass du bequem und zugleich aufgerichtet sitzen kannst.
Du kannst deine Augen schließen oder sie leicht geöffnet lassen. Wenn du sie geöffnet lässt, richte deinen Blick weich in den Raum, ohne etwas Bestimmtes zu fixieren.
Nimm zuerst wahr, wie dein Körper von der Unterlage getragen wird. Spüre deine Füße auf dem Boden, dein Becken auf dem Stuhl oder Kissen und vielleicht auch deine Hände, die entspannt auf deinen Oberschenkeln liegen.
Du musst noch nichts verändern.
Lass dich für einen Moment einfach dort ankommen, wo du gerade bist.
Die Lichtmeditation
Richte deine Aufmerksamkeit behutsam auf deinen Atem.
Spüre, wie der Atem in deinen Körper hinein- und wieder hinausfließt. Versuche nicht, besonders tief oder gleichmäßig zu atmen. Nimm deinen Atem zunächst nur wahr.
Mit jedem Ausatmen darf etwas mehr Gewicht an den Boden abgegeben werden. Deine Schultern können weicher werden. Dein Gesicht darf sich entspannen. Dein Bauch muss nichts festhalten.
Stelle dir nun vor, dass vor dir ein Licht erscheint.
Nimm wahr, wie dieses Licht aussieht oder wie es sich anfühlt. Vielleicht ist es wie eine Kerzenflamme, eine Sonne oder ein weiter, heller Raum.
Lass dir Zeit.
Stelle dir anschließend ein Licht hinter dir vor. Es schenkt deinem Rücken Wärme und erinnert dich daran, dass du nicht alles allein tragen musst.
Nimm nun ein Licht zu deiner rechten Seite wahr.
Dann ein Licht zu deiner linken Seite.
Spüre, wie du von allen vier Himmelsrichtungen umgeben bist. Vor dir, hinter dir, rechts von dir und links von dir entsteht ein Raum aus Licht.
Lenke deine Aufmerksamkeit anschließend nach oben. Stelle dir ein Licht über deinem Kopf vor. Vielleicht fließt es sanft zu dir herab oder öffnet einen weiten Raum über dir.
Dann nimm ein Licht unter dir wahr. Es verbindet dich mit dem Boden und trägt dich.
Du bist nun von Licht umgeben: vor dir, hinter dir, rechts und links von dir, über dir und unter dir.
Vielleicht entsteht ein Gefühl von Weite. Vielleicht fühlst du dich gehalten oder geschützt. Vielleicht ist da zunächst nur ein stiller Moment. Alles, was du wahrnimmst, darf da sein.
Richte deine Aufmerksamkeit nun nach innen.
Wo kannst du dein eigenes Licht in deinem Körper wahrnehmen?
Vielleicht zeigt es sich in deinem Herzen, in deinem Bauch oder in der Mitte deines Brustkorbs. Vielleicht beginnt es ganz klein und wird mit jedem Atemzug etwas deutlicher.
Lass dieses Licht nicht größer werden, weil du etwas erreichen musst. Erlaube ihm lediglich, sich auf seine eigene Weise auszubreiten.
Spüre, wie dein inneres Licht und das Licht um dich herum miteinander verbunden sind.
Du bist nicht getrennt vom Leben. Du bist Teil eines größeren Raumes. Und gleichzeitig darfst du ganz bei dir bleiben.
Verweile für einige Atemzüge in dieser Erfahrung.
Dann vertiefe langsam deinen Atem. Spüre wieder den Boden unter dir. Bewege behutsam deine Hände und Füße. Wenn deine Augen geschlossen waren, öffne sie in deinem eigenen Tempo.
Nimm dir einen Moment, bevor du wieder in deinen Alltag zurückkehrst.
Ein leuchtender Raum, der dich nicht abschottet
Gerade sensible Menschen versuchen häufig, sich vor den Stimmungen und Erwartungen anderer zu schützen. Dabei kann schnell das Gefühl entstehen, sich abgrenzen, zurückziehen oder innerlich verschließen zu müssen.
Die Lichtmeditation bietet eine andere Möglichkeit.
Du errichtest keine harte Mauer um dich herum. Stattdessen stärkst du die Wahrnehmung deines eigenen Raumes. Du kannst offen und verbunden bleiben, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Dein Licht trennt dich nicht von anderen. Es hilft dir, in Begegnungen bewusster bei dir zu bleiben.
Das kann besonders unterstützend sein:
– wenn du viel Kontakt mit anderen Menschen hast,
– vor einer Behandlung, einem Kurs oder einer Beratung,
– nach einem anstrengenden Gespräch,
– wenn du dich erschöpft oder niedergeschlagen fühlst,
– wenn du die Verbindung zu dir selbst verloren hast,
– oder wenn du dich nach mehr Sicherheit und innerer Weite sehnst.
– Sicherheit entsteht durch Wiederholung
Eine Meditation entfaltet ihre Wirkung häufig nicht dadurch, dass wir sie einmal besonders intensiv erleben. Sie wird zu einer Ressource, wenn unser Körper den Weg wiedererkennt.
Je regelmäßiger du diese Lichtmeditation praktizierst, desto leichter kannst du dich im Alltag an das Gefühl erinnern: Ich bin hier. Ich bin getragen. Ich darf meinen Raum einnehmen. Mein Licht ist noch da.
Vielleicht brauchst du irgendwann nicht mehr die vollständige Meditation. Dann genügt ein Atemzug und die kurze Vorstellung eines Lichtes vor dir, hinter dir, an deinen Seiten, über und unter dir.
So kann mitten im Alltag ein kleiner innerer Raum entstehen, in dem du wieder bei dir ankommst.
Du musst nicht immer strahlen
Strahlkraft bedeutet nicht, ständig kraftvoll, glücklich oder sichtbar sein zu müssen. Auch dein stilles Licht ist Licht. Auch an erschöpften Tagen ist es nicht verschwunden.
Vielleicht ist es manchmal nur eine kleine Flamme, die deine Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht.
Diese Meditation lädt dich nicht dazu ein, dich heller zu machen, als du dich gerade fühlst. Sie erinnert dich vielmehr daran, dass unter Müdigkeit, Anspannung und den vielen Anforderungen des Lebens noch immer etwas Eigenes in dir leuchtet. Du musst es nicht beweisen. Du darfst dich ihm einfach wieder zuwenden.
Wie fühlt sich dein eigenes Licht heute an – und was braucht es, damit du ihm wieder etwas mehr Raum geben kannst?
Ich wünsche dir viel Freude beim praktizieren und freue mich von dir zu lesen oder zu hören
Bis dahin DeepPeace
Wolfgang
Hier ist das Video dazu: https://youtu.be/VXfHN5GMKEI
Yoga Disclaimer:
Bitte praktiziere Yoga / Yin Yoga nicht, ohne dass Du zuvor eine ausführliche Anleitung durch eine/n qualifizierten Yogalehrer/in besucht hast.
Die Sequenzen sind von Wolfgang Riedl zusammengestellt worden, für den persönlichen privaten Gebrauch nach einer Einzel- oder Gruppenstunde bei ihm.
Die Yoga Sequenzen sind ausschließlich zur Entspannung bestimmt.
Die Yoga Sequenzen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar.
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Der Inhalt von Praxis W.Riedl kann und darf nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden.
Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch der Yoga Sequenz entstehen, kann Wolfgang Riedl nicht zur Verantwortung gezogen werden – weder direkt noch indirekt.
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